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Uhrzeit

Der wirklich allerletzte Tag mit dem Rückflug am Abend begann relativ verschlafen. Als ich um kurz nach 7 aufwachte, hätte ich eigentlich gerne noch etwas weitergeschlafen, aber ich wollte zunächst einmal checken, ob der Rückflug nicht schon abgesagt oder verschoben wurde. Dazu mußte ich mein Laptop einschalten und ging auf die Seite von Singapore Airlines, wo der Flug als planmäßig ausgewiesen wurde.

Der Blick durch’s Zimmerfenster verriet mir, daß die Straßen frei waren, es nicht schneite, sondern die Sonne schien und so war ich frohen Mutes, wenngleich doch ein wenig müde. Ich überlegte kurz, ob ich zuerst den Koffer packen und dann frühstücken sollte oder eher umgedreht, entschied mich dann aber zum Frühstück, das es ja nur bis 10 Uhr gab. Auf dem Rückweg machte ich einen Schlenker zur Rezeption und fragte, bis wann ich allerspätestens ausgecheckt haben müsse. Man verlängerte den Check-Out um eine Stunde, so daß ich bis 12 Uhr im Zimmer bleiben konnte, wo ich dann schnell den Koffer packte und mich dann eigentlich noch etwas hinlegen wollte, was mir dann aber doch irgendwie nicht gelang, denn als ich mit allem fertig war, war es bereits 11.02 Uhr. Ich stellte sicherheitshalber trotzdem den Wecker auf 11.35 Uhr und legte mich auf’s Bett. Eingeschlafen bin ich aber nicht mehr. Um 11.30 Uhr stand ich schließlich auf, zog meine bequeme Jogginghose für den Flug an, packte meine sieben Sachen und ging zur Rezeption. Dann setzte ich mich in gewohnter Weise in die Lobby, denn dort gab es nicht nur Strom, sondern auch Free Wi-Fi, am Flughafen nicht. Ich surfte noch ein wenig im Internet, beobachtete die ein- und auscheckenden Leute und ließ meinen sechsten Aufenthalt in New York Revue passieren.

Warum ich nicht mehr losgezogen bin trotz des späten Rückfluges am Abend? Ganz einfach: Ich hatte die Schnauze gestrichen voll! Außerdem hatte ich beim Kauf der Metrocard verkantet (siehe unten).

Ach ja, weil das alles noch nicht reichte, fuhr der AirTrain auf dem Rückweg nur bis zum Federal Circle (dafür aber umsonst) und ab da ging’s mit Shuttle-Bussen weiter. Das gleiche Prozedere hatte ich im letzten Jahr schon mal, so daß ich dieses Mal ein wenig entspannter damit umging, aber es paßte halt als krönender Abschluß zu dieser Reise.

Krönender Abschluß? Am Arsch! Wie Otto früher immer sagte: “Einen hab ich noch, einen hab ich noch!” Auf dem Rückflug war gerade das Essen ausgeteilt, da kamen wir in heftige Turbulenzen, so daß einige Leute im Flieger sogar kurz einen Schrei abgegeben haben. Die Steardessen nahmen umgehend Platz und saßen da erstmal, während wir ordentlich durchgeschüttelt wurden. Ich sah schon die Cola auf meinem T-Shirt und die Bratensoße hinterher. Wäre aber nicht ganz so schlimm gewesen, denn das Metallbesteck in meinem Oberkörper hätte wohl am besten ausgesehen. Insgeheim hab ich eigentlich schon mit etwas Schlimmerem gerechnet, weil es ganz einfach wirklich den absolut oberhammermäßigen Abschluß dargestellt hätte. (Und das an einem Stück wie am Spieß schreiende Kleinkind, das von den gesamten 6,5 Stunden des Rückfluges bestimmt mindestens zwei Stunden gebrüllt hat, lasse ich mal aus der Wertung! Das war quasi eine kostenlose Dreingabe. Beschissenereiseabrundungsfeature sozusagen.)

Fazit

New York

Im Vorfeld der Reise hatte ich eigentlich keine richtigen Pläne, was ich alles in New York unternehmen wollte. Lediglich „Top of the Rock“ war für mich Pflicht, weil ich das für einen der schönsten Plätze der Stadt halte. Und die beiden Tage in Washington waren geplant. Dummerweise war aber genau das, nämlich keine Ziele und / oder Pläne zu haben, im Nachhinein betrachtet, wohl der Fehler, denn dadurch irrte ich teils ziellos in der Stadt hin und her. Ich hatte ja nun in fünf vorherigen Aufenthalten schon alles, was ich sehen wollte, teils mehrfach gesehen, so daß der Reiz des Empire State Building, des Battery Park oder der Fifth Avenue ganz einfach nicht mehr so vorhanden war.

Washington, D.C.

Der Trip nach Washington hat sich gelohnt, wäre aber bei besserem Wetter und eingelaufenen Schuhen am zweiten Tag um Längen besser gewesen. Die Stadt hat einen gewissen Charme und eine ganze Menge zu bieten. Leider war mir das Pech insbesondere am zweiten Tag hold und sorgte für einen durchwachsenen Trip.

Fotografie

Mein großes Hobby der Fotografie kann man ja eigentlich insbesondere in New York hervorragend ausleben, doch auch hier machte mir in weiten Teilen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Im Schnee kann man zwar recht schöne Fotos machen, aber nicht im Schneeregen. Und da tat sich insbesondere der zweite Tag in Washington hervor und der letzte komplette Tag im Big Apple, als ich endlich Ziele für meine Wege gefunden hatte. Doch dem beschissenen Wetter fiel sogar die blaue Stunde auf „Top of the Rock“ aus, was mir sicherlich eine ganze Menge ansehnlicher Fotos hätte bescheren können.

Generell tat nicht nur das Wetter meiner Leidenschaft Abbruch, sondern auch der Umstand, daß ich das korrekte Ladegerät für meinen Canon-Akku zu Hause vergessen hatte und mir das falsche nun mal gar nichts nutzte. Zwar hat der Akku über die ganzen Tage gereicht, aber trotzdem führte das dazu, daß man doch recht sparsam mit den Fotos umgeht. Irgendwie hatte das aber auch etwas Nostalgisches, wenn ich so darüber nachdenke. Früher mußte man mit seinen 36er Filmen ja auch sparsam umgehen und bei jedem Motiv dreimal überlegen, ob sich das nun lohnt. Und genauso ging es mir ja jetzt auch wieder.

Und wenn ich denn Fotos gemacht hatte und mir diese abends auf dem Zimmer auf dem Laptop anguckte, war ich von der Ausbeute doch insgesamt richtig enttäuscht. Doch woran lag das? Das halbwegs neue Objektiv hatte ja bereits in Hamburg für manierliche Fotos gesorgt und die Kamera natürlich auch (in Andalusien, New York, Hamburg und auf dem ein oder anderen Event). Ich hatte keine Erklärung und befand mich in einer Art Abwärtsspirale. Ich wußte tagsüber schon, daß die Fotos scheiße werden. Vielleicht sind sie es genau aus dem Grund auch geworden. Selbst am letzten Tag, als ich vor der Federal Hall die Statue von George Washington im Schnee fotografierte und zum Abschluß dann einige Langzeitbelichtungen im Grand Central Terminal fabrizierte und ich dabei eigentlich frohen Mutes war, daß die Fotos gut geworden waren, war das Ergebnis am Abend wieder einmal sehr ernüchternd. Das machte mich traurig. Aber ändern konnte ich es ja doch nicht.